Was macht die Kunst?! Maria Sainz Rueda

Ich habe in Leipzigs Spinnerei wieder eine Künstlerin entdeckt, deren großformatige und kraftvolle Arbeiten mich sofort begeisterten. Maria Sainz Rueda heißt die Malerin mit spanischen Wurzeln, die in Leipzig an der HGB bei keinen Geringeren als Arno Rink und Neo Rauch studiert hat.

maria_sainz_rueda-piper-2016

Mich erinnern insbesondere ihre Landschaftsbilder an Polaroidfotos, die nicht richtig entwickelt wurden. Irre Farben beschreiben eine Szene, die unwirklich wirkt. Erinnerungsmomente, denen nicht zu trauen ist. Maria Sainz Rueda malt Bilder, die den Gegensatz zwischen Fiktion und Realität thematisieren. Ist das Bild vor meinem inneren Auge nicht vielmehr Abbild meiner Seele als die Darstellung des Geschehenden?  Und immer wieder diese flirrenden Farben… der Boden schwindet, wird flüssig… die Wand gibt nach, das Wasser ist ölig und der Himmel bricht ein. Das ist apokalyptisch, aber bei Rueda ist es der Moment unmittelbar davor oder ganz kurz nach der Explosion, der im Bilde festgehalten ist.

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maria_sainz_rueda-no_hay_banda-2016

maria_sainz_rueda-douglas_firs-2014

maria_sainz_rueda-scarlet_lake-2012

„Anfangs lief die Beschäftigung mit Landschaft parallel zu meinen Figurenbildern. Dann begann ich die Landschaft, den Raum, die Bildbühne zum Hauptdarsteller zu machen. Die Frage, was „die Landschaft“ für mich ist, kann ich nicht eindeutig beantworten. Die Landschaft in meinen Bildern ist vielleicht eine Projektionsfläche. Sie versteckt mehr als sie zeigt und sie wirft mehr Fragen auf, als sie beantwortet. Sie scheint mir so mehrdeutig wie irreführend.“, erzählt die Künstlerin.

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maria_sainz_rueda-dschin-ii-2014

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Richtig beunruhigend wirken Ruedas Bilder besonders durch die Abwesenheit von Menschen. Kommen sie vor, agieren sie wenig und werden Teil der Kulisse. Sie stehen in einer höchst fragilen Welt mit Abgründen und in bedrückender Isolation. Vor dem Bild „Piper“ (erstes Bild), das zuletzt in der Werkschau auf dem Leipziger Spinnereigelände gezeigt wurde, stand ich eine ganze Weile und betrachtete gebannt die Szenerie. Ich stellte mir eine Zeit lang Fragen über die von rechts kommende rote Farbwolke und erschrak dann förmlich vor dem dunklen Wald (?) am linken Bildrand. Wie er sich so von den hellen Blättern der Bäume absetzt hat etwas albtraumhaftes. Seit meiner Entdeckung bin ich ein Fan der Arbeiten dieser Künstlerin!

maria_sainz_rueda-schlossberg-2012

maria_sainz_rueda-peripher-2011

maria_sainz_rueda-abweg-2010